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Tulum ist nicht die
architektonisch herausragendste Mayastätte, aber durch ihre
Lage an der karibischen Küste vielleicht eine der schönsten.
Man hat in Tulum eine Stele gefunden, die ins Jahr 564 n.Chr.
datiert. Trotzdem nimmt man an, dass dieser Ort erst im 12.
Jahrhundert entstanden ist und die Stele von einem anderen
Ort nach Tulum gebracht wurde, da keine Besiedlung vor dem
12./13. Jahrhundert nachweisbar ist.
Die gesamte Ostküste Yucatans war in der späten Postklassik
dicht besiedelt. Zu den wichtigsten Fundstätten an der Küste
gehören neben Tulum El Meco, Ichpaatun, Santa Rita, San
Gervasio und Buenavista (die letzten beiden befinden sich
auf Cozumel). Die Küstenorte waren vermutlich wichtige
Handelsplätze an denen die regionalen Erzeugnisse gegen
Fernhandelsgüter getauscht wurden. Durch die strategisch
günstige Lage unmittelbar am Meer erlangte Tulum in der
Postklassik große Bedeutung.
Die Gebäude wurden zwischen dem 12. Jh. und Ende des 15. Jh.
errichtet und hatten als Vorbild die Tempel aus Chichén-Itzá,
wenn sie auch nicht mit derselben Meisterschaft erbaut
wurden. Genauso wie Mayapan und Ichpaatun ist Tulum
befestigt, daher auch der Name der Stadt (Tulum bedeutet
"Mauer", "Zaun" oder "Graben"). Die Mauer ist in
ostwestlicher Richtung etwa 150 m und in nordsüdlicher
Richtung etwa 450 m lang und dabei 4-6 m hoch. Innerhalb der
Mauern lagen die Zeremonialgebäude und Wohnanlagen der
Aristrokaten. Die allgemeinen Wohnanlagen lagen außerhalb
des von der Mauer umschlossenen Zeremonialzentrums. Tulum
ist vielleicht mit den in historischen Quellen erwähnten
Zamá ("Morgendämmerung") identisch.
Das Hauptbauwerk in Tulum ist der Castillo. Es wurde
in verschiedensten Bauphasen errichtet. Der Castillo ist das
größte Bauwerk in Tulum und vom Meer aus sehr gut zu sehen.
Wahrscheinlich war der Castillo das Gebäude, das 1518 von
dem Spanier Juan de Grijalva vom Meer aus entdeckt und für
einen Wachturm gehalten wurde. Tulum sah so wehrhaft aus,
dass sich die Spanier nicht getraut haben, an Land zu
kommen.
Ein weiteres wichtiges Gebäude in Tulum ist der Tempel
der Fresken, dem man aufgrund der Skulpturen und der
Malerei große soziale und religiöse Bedeutung zumisst. Im
Tempel fand man farbige Fresken, die die Zeit recht gut
überständen haben, da sie durch Überbauung geschützt wurden.
Die mit grau/blau dargestellten Götter, Schlangen und Blumen
ähneln denen in mixtekischen Handschriften und zeigen den
Einfluss des mexikanischen Hochlandes in der Spätzeit der
Mayakultur. An der Außenwand des Tempels finden sich u.a.
große stilisierte Chac-Masken, aber ohne die typische
Rüsselnase.
Tulúm liegt rund 130 Kilometer südlich von Cancun, direkt an
der breiten und modernen Schnellstraße Carretara 307, die
auch über Playa del Carmen und dem Vergnügungspark Xcaret
führt. Über diese Straße ist Tulúm im Süden mit der
Hauptstadt Chetumal verbunden.
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Sie bitte unter:
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