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Abschnitte dessen San Cristobal de las Casas
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KUNST UND HANDWERK:
In San Cristóbal de las Casas haben Sie die Möglichkeit, die
bemerkenswerte Qualität und Schönheit des Kunsthandwerks
kennen zu lernen, das von den Einheimischen hergestellt
wird, unter dem die gewebten, gestrickten und bestickten
Textilien herausragen. In einigen Stadtvierteln wie in El
Cerrillo und in La Merced finden Sie Objekte aus
geschmiedetem Stahl, Wachsskulpturen sowie Bernstein- und
Silberschmuckarbeiten. Außerdem sollten Sie einen Blick auf
das Angebot in „La Casa de las Artesanías“ in der Straße
Hidalgo werfen.
Kunsthandwerk: Als Kunsthandwerk werden alle Objekte
verstanden, die im Laufe der Zeit von Kunsthandwerkern
hergestellt wurden. Sie sind in allen Lebensbereichen zu
finden und repräsentieren die Wurzeln unserer kulturellen
Identität. In Chiapas existieren heute noch verschiedene
Handwerke, deren Ursprünge bis in die Zeit vor der
spanischen Eroberung zurückreichen.
Textilien: In dieser Region fallen besonders die
Textilien auf, die zeremoniellen Zwecke dienen oder für den
täglichen Gebrauch bestimmt sind. Ihre Form variiert je nach
geografischer Lage und dem Dorf, aus dem sie stammen. Sie
sind aus Wolle oder Baumwolle, werden auf dem Hüftwebstuhl
gewebt und durch Broschierungen oder Stickerei verziert.
Durch Kodexe und andere Dokumente erhalten wir Informationen
darüber, welche Kleidungsstücke vor der spanischen Eroberung
getragen wurden. Die ersten Spuren von Bekleidung gehen auf
das Jahr 1500 v. Chr. zurück.
Die Bekleidung der Tzotzil- und Tzeltal-Indianer im Hochland
von Chiapas ist von Stück zu Stück verschieden. Sie werden
in verschiedenen Techniken, mit unterschiedlichen
Materialien und Motiven hergestellt, die für jede ethnische
Gruppe charakteristisch sind und bilden so ein
unterscheidendes Identitätsmerkmal.
Innerhalb des Ortes ist die Tracht kunsthandwerklicher und
kultureller Ausdruck der verschiedenen offiziellen Ämter und
der sozialen Position, die ihr Träger dort einnimmt. Die
verwendeten Materialien waren Baumwolle und Fell und Federn
bestimmter Tiere. Von den Spaniern wurden später Wolle und
Seide, wie auch der Trittwebstuhl eingeführt. Letzterer
konnte jedoch das Hüftwebgerät nicht verdrängen.
Unter der Vielfalt der Textilien treten besonders die
Durchbruchsarbeiten, Stickereien und Broschierungen hervor,
mit denen Kleidungsstücke oder Deckchen verziert werden.
Alle Stücke bewahren Spuren der alten, von Generation zu
Generation weitergegebenen Muster und werden ausnahmslos auf
dem Hüftwebgerät hergestellt, das prähispanischen Ursprungs
ist. Es ist eine Art handgemachter Rahmen aus Holzstäben,
die mit den Kettfäden umwickelt werden. Quer dazu werden die
Schussfäden eingetragen; parallele Musterfäden bilden die
Broschierung. Die Stoffbahnen für Wickelröcke, Röcke und
Huipiles (Frauenblusen) sind aus Baumwolle und werden
ebenfalls auf dem Hüftwebstuhl gewebt.
Der Huipil aus Magdalenas: Das Tzotzil-Dorf
Magdalenas gehört zur Gemeinde San Andrés Larrainzar und
liegt 25 km nordöstlich von San Cristóbal de Las Casas. Die
hier hergestellten Huipiles (Frauenblusen) sind einzigartige
Kunstwerke, die Orientteppichen ähneln und auf dem
Hüftwebgerät hergestellt werden. Brustbereich, Rücken und
Armöffnungen sind mit rhombenförmigen Broschierungen
verziert. Die verwendeten Materialien ist sowohl Baumwolle
als auch Wolle, die zuvor mit Naturfarben gefärbt wurden.
Die Herstellung eines Huipils dauert zwischen 8 und 10
Monaten.
Rituelle und symbolische Aspekte spielen bei der Gestaltung
eines Huipil eine große Rolle, da dieses Kleidungsstück mit
den Riten, der Magie, den Zeremonien der Gemeinschaft und
dem Luxus verbunden ist. Für eine Weberin aus Magdalenas ist
es eine große Ehre, einen Zeremonien-Huipil für die Heilige
Jungfrau oder als Geschenk für die Frau des Festmeisters
eines großen Ereignisses zu weben. Für diese wichtige Arbeit
werden das Garn und die Stäbe des Hüftwebgerätes gesegnet
und die Heilige Jungfrau wird gebeten, den Verstand der
Weberin zu leiten, damit diese keine Fehler macht. Im so
genannten „Bündel“ oder der „Tilma“ - eigentlich
Schultertücher, die von den Personen getragen werden, die
der Gemeinschaft einen großen Dienst erwiesen haben - werden
die Trachten der Heiligen und die Huipiles der Heiligen
Jungfrauen eingeschlagen. Der „Träger des Bündels“ bewahrt
die Ritualobjekte (Hüftwebgerät etc.) auf; diese werden dann
von dem aktuellen Festmeister behütet, um sie - mit
Weihrauch geweiht - schließlich den Heiligen zu präsentieren
und die verschiedenen Prozessionen zu verschönern.
Holzspielzeug: Die Herstellung von Spielzeug ist oft
von alltäglichen Begebenheiten und Umständen inspiriert. Es
ist sehr beliebt und daher fester Bestandteil der lokalen
Wirtschaft. Die Materialien, aus denen Spielzeug angefertigt
wird, sind vielfältig: Ton, Holz, Weißblech, Naturfasern,
Pappe, Papier etc. In San Cristóbal de Las Casas herrschen
aufwändige Holzarbeiten vor, die vom Kunsthandwerker großes
Geschick und Konzentration verlangen. Es gibt
Spielzeug-Reproduktionen von Häusern, Küchenutensilien,
Möbeln und Musikinstrumenten.
Kleine Kästchen werden aus Kiefernholztafeln gefertigt, per
Hand mit Anilinfarben mit Blumenmotiven auf rosa Grund
bemalt und dienen dazu, Süßigkeiten aus Quitten- oder
Süßkartoffelkaramell aufzubewahren. Mithilfe von Drechseln
werden Kreisel, Geschicklichkeitsspiele, bewegliche
Holzfiguren, rollende Vögel, die mit einem Stock in Bewegung
gehalten werden, kämpfende Hähne, Lastwagen und weitere
unzählige Variationen hergestellt, die die Kunstfertigkeit
der Handwerker des Stadtviertels Guadalupe unter Beweis
stellen, wo Geschäfte und Buden voller Holzspielwaren zu
finden sind.
Am Samstag vor Ostern dürfen auch die beliebten „Judas“-Figuren
nicht fehlen. Dies sind große Figuren, die bekannte
Persönlichkeiten der Politik darstellen und in der Nacht
verbrannt werden. Während der Weihnachtszeit fallen
besonders die bunten „Piñatas“ (mit Früchten gefüllte
Figuren) auf, die die traditionellen „Posada“-Feste
verschönen.
Metallarbeiten: Schmiedeeiserne Gebrauchs- und
Schmuckobjekte): Mit dieser Technik werden Metalle in
Gebrauchsobjekte oder Schmuckgegenstände verwandelt. Dieses
Metall wurde von den Spaniern auf den amerikanischen
Kontinent gebracht und in zwei Techniken verarbeitet:
Schmieden und Hämmern. Für das Schmieden ist eine flache,
offene Feuerstelle mit einem Blasebalg wichtig, um das
Metall so lange zu erhitzen, bis es formbar ist.
Anschließend wird ihm mithilfe von Schlägen die gewünschte
Form gegeben.
Schmiedeeiserne Stücke mit kolonialem Design, wie
Balkongitter, Bänke, Laternen, Blumenkästen etc., sind heute
sehr begehrt. In San Cristóbals Stadtviertel „El Cerrillo“
werden schmiedeeiserne Türen, Türklopfer, Fenster, Lampen,
Leuchter und die typischen Passionskreuze in verschiedensten
Größen und Formen hergestellt, denen außerdem jeder
Kunsthandwerker seinen individuellen Stempel aufdrückt.
Während der Kolonialzeit wurden die altüberlieferten Kreuze,
die mit Figuren geschmückt sind und die Passion Christi
repräsentieren, als Emblem des katholischen Glaubens auf den
Dächern der Häuser befestigt, um diese so gegen böse Geister
zu schützen. Heute werden sie an Sammler verkauft und dienen
als Schmuck oder als Wandverzierung der alten Häuser, die
heute längst in Hotels im Kolonialstil umgebaut wurden.
Wachsarbeiten (Kerzen): Kerzen - egal ob aus
Naturwachs oder Parafin - sind längst fester Bestandteil
religiöser Zeremonien und Riten. Ebenso dienen sie
dekorativen Zwecken und verschönern als Teil des
Tischschmuckes die Tafel oder erleuchten wunderschöne
Kandelaber. Die Herstellung kunstvoller Kerzen ist Tradition
des Stadtviertels „La Merced“, wo die Hände der
Kunsthandwerker aus Parafin zerbrechliche Blüten formen und
diese mit Goldschimmer verzieren. Die Kerzen schmücken
Kirchen und Altäre und verschönern die Prozessionen von
Heiligen und Jungfrauen entlang der Plätze und Gassen der
Stadt.
Lederarbeiten: Dieses für San Cristóbal de Las Casas
wichtige Handwerk stammt eigentlich aus Spanien. Es besteht
in der Herstellung verschiedener Artikel aus dem
Grundmaterial Leder; oft sind die Stücke mit Ziselierungen
und Gravuren verziert. Zunächst wird das Leder gegerbt, um
seine Verrottung zu vermeiden und das Material geschmeidig
und flexibel zu machen. Dann wird es zu eleganten
Handtaschen, Gürteln, Brieftaschen, Aktentaschen, Koffern,
Kappen, Hüten etc. verschiedenster Größen verarbeitet. Das
Design variiert von Kunsthandwerker zu Kunsthandwerker.
Ebenso müssen die Reitsättel oder die „Charrería“-Artikel
erwähnt werden, die zwar in der Region „La Frailesca“
gebraucht werden, jedoch extra in San Cristóbal in Auftrag
gegeben werden.
Weißblecharbeiten: Die Weißblecharbeit ist ein Erbe
der Spanier. Die Technik ist verglichen mit den anderen
Metallarbeiten relativ einfach und auch die Werkzeuge sind
simpel. Im Großen und Ganzen gehören dazu Metallscheren, um
die Stahl- oder Eisenbleche zu schneiden, Scheren und
Stichel für die Ziselierarbeiten und ein Gerät zum Löten.
Auf dem großen Markt von San Cristóbal kann man vielfältige
Gebrauchsgegenstände aus Weißblech finden: Leuchter, Siebe,
Trichter, Herdplatten, Petroleumlampen, Spiegel, Tabletts
etc. Ihr Design ist formschön und der Preis günstig.
Goldschmiedekunst und Skulpturen aus Bernstein und Jade:
Bernstein ist ein 40 Millionen von Jahren altes,
versteinertes Harz, das normalerweise gelb, hart,
zerbrechlich und durchscheinend ist. In der Hand fühlt er
sich warm an und strömt ein zartes Aroma aus. In den
jahrtausendealten Kulturen spielte Bernstein bei bestimmten
Ritualen und magischen Zeremonien eine Rolle und wird heute
Kindern als Amulett gegen den „bösen Blick“ oder als
Glücksbringer umgehängt.
Der Bernstein wird in den Minen von Totolapa und Simojovel
abgebaut. Nach dem Schleifen wird er zu einem wunderschönen
Schmuckstein, der in Form, Farbe und Inhalt einzigartig ist.
Sein Marktwert hängt von seiner Größe, Farbe und der Anzahl
an Insekten- oder Pflanzeneinschlüssen in seinem Innern ab.
Durch den richtigen Schliff werden Perlen für Ohrringe,
Ketten, Ringe, Broschen, Armbänder etc. hergestellt. Einige
Stücke zeigen den typischen gelben Bernsteinton. Andere
stechen durch ihre Rot-, Grün- oder Blautönung hervor und
werden mit Gold oder Silber kombiniert zu außergewöhnlichen
Stücken der Goldschmiedekünstler San Cristóbals.
Bernstein ist ebenfalls ein ideales Material für Skulpturen
und in San Cristóbal finden wir außergewöhnliche Bildhauer,
die wahre Kunstwerke schaffen, welche bei allen großes
Interesse hervorrufen.
Jade, auch „Jadeíta“ genannt, war schon seit prähispanischen
Zeiten ein wertvoller Stein von hohem Wert und ein Symbol
wirtschaftlicher Macht. Unter den Azteken war er als „Chalchihuite“
bekannt. Jade ist ein mineralischer Stein, der vor über 400
Millionen Jahren in der Erdkruste entstand. In Chiapas
befinden sich Vorkommen in der Tzotzil-Gemeinde
Chalchihuitán – „Jade-Land“ -, die 50 km nordwestlich von
San Cristóbal liegt. Wegen seiner Härte kann dieser Stein
lediglich mit Werkzeugen mit einer Spitze aus
Industriediamant bearbeitet werden, die ihm eine glänzende
oder matte Oberfläche geben.
Recycling-Papier - Werkstatt „Leñateros“: Die
Werkstatt „Leñateros“ - Holzfäller - existiert in San
Cristóbal seit mehr als 20 Jahren. Es ist eine
kunsthandwerkliche Gemeinschaftswerkstatt, in der Mestizen-
und Indianermänner und -frauen handgeschöpftes Papier
herstellen. Das Grundmaterial wird aus verschiedenen Blumen,
Lianen, Bananenfasern, Baumrinden, Bambus und verschiedenen
Stoffen gewonnen. Neben der Papierherstellung werden Bücher
gedruckt, Siebdrucke und Holzschnitte hergestellt. Ebenfalls
gibt die Werkstatt die literarische Zeitschrift „La Jícara“
heraus, die die Form eines Kodex hat und ein wahres
Kunstwerk ist, in dem man zeitgenössische unveröffentlichte
Literatur, Zeugenberichte, Lieder und Traditionen findet.
Sie wird in Siebdruck mit Originalgrafiken hergestellt und
jede Ausgabe präsentiert neue Themen und kreative Ideen. Es
werden Führungen und Kurse über den Gebrauch von Pflanzen
und Blumen oder die Gewinnung von Naturfarbstoffen für die
Papierherstellung gegeben. Die Werkstatt liegt in der Straße
„Flavio A. Paniagua“ Nr. 54 im Stadtviertel „El Cerrillo“.
Flechtwerk: Es ist eine Art Webtechnik, die fast jede
Naturfaser oder weiche oder halb feste Rinde pflanzlichen
Ursprungs verarbeiten kann: Binsen, Jarcia, Palme, Stroh und
verschiedene Arten des Scheuerkürbis. Daraus werden die
unterschiedlichsten Schmuck- oder Gebrauchsgegenstände
hergestellt: Hängematten, Netze, Teppiche, Strohmatten,
Hüte, Umhängetaschen und Kordeln. Ihr künstlerischer Wert
liegt im jeweiligen Flechtdesign und der Fertigkeit des
jeweiligen Kunsthandwerkers. Im Gegensatz zum Korbflechten
werden die Fasern hier leicht gedreht, statt sie glatt zu
verarbeiten, und spiralförmig gearbeitet. So entstehen
Kordeln und Seile und es werden oft Naturfarben eingesetzt,
um das Material zu färben. Eine große Anzahl dieser Produkte
findet man auf dem Markt von San Cristóbal und entlang der
Straße „Real de Guadalupe“. Die Preise variieren je nach
Design, Form, Farbe und Größe der Objekte.
Korbwaren: Durch die Fülle an Pflanzenfasern wie
Palme oder Tampicohanf gehört die Korbflechterei zu einem
der ältesten Handwerke Chiapas. Bei der Korbflechterei
werden verschiedene Techniken eingesetzt, mithilfe derer
relativ harte Elemente miteinander verflochten werden, um
Behälter oder flache Objekte herzustellen. Die
Pflanzenfasern werden fast ausschließlich mit der Hand
verarbeitet; nur in einigen Fällen wird ein Stichel benutzt,
um das Gewebe festzuschieben. Ein Messer hilft beim
Schneiden des Materials und eine Nadel wird zu Hilfe
genommen, um verschiedene Teile des Gewebes miteinander zu
verbinden.
In der Regel arbeiten die Kunsthandwerker mit Händen und
Füssen, um die Fasern miteinander zu verflechten. Manchmal
werden auch die Zähne zu Hilfe genommen, um das Gewebe
zusammenzuschießen und die Faltungen zu markieren.
In San Juan Chamula werden zwei Arten von Material zur
Korbherstellung gebraucht: Das Schilfrohr wird zum Flechten
verwendet und mit Ruten einer dornigen Pflanze, „Mecate“
genannt, werden Gestelle geformt.
In Zinacantán und Tenejapa werden Hüte aus Palmstroh
geflochten und mit Bändern verziert. Ihre Herstellung dauert
ca. 7 Wochen; das Nähen erfolgt mit der Hand.
Die große Bandbreite an Gebrauchsgegenständen reicht von
Körben über Strohmatten bis hin zu Teppichen. Sie sind
leicht zu transportieren und eignen sich daher hervorragend
dazu, jegliche Art von Lebensmitteln darin zu befördern. Die
Flechtwaren sind den Korbwaren verwandt.
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